#IB Neugierde ist der beste Weg zum Erfolg

Fakultät International Business – Alles für Ihren Erfolg


Der FRAGEBOGEN des IBlogs

ausgefüllt von Prof. Mathias Moersch, PhD – Dekan der Fakultät für International Business

Haben Sie den Traumberuf Ihrer Kindheit?

Irgendwie schon. Meinen kleinen Bruder habe ich wohl öfters vor eine Tafel gesetzt und ihm irgendwelche Dinge beigebracht. Er musste sogar Klausuren schreiben. Außerdem war ich im Haushalt derjenige mit den zwei linken Händen. Das passt doch auch ganz gut zum Professor.

Wussten Sie nach Abschluss der Schule, welche berufliche Richtung Sie einschlagen wollen?

Nein, nicht wirklich. Vorbereitung auf „das richtige Leben“ gab es damals ohnehin noch nicht am Gymnasium. Das ist heute deutlich besser geworden. Immerhin habe ich mein Interesse für Wirtschaft in der Oberstufe entdeckt. Allerdings waren wir, glaube ich auch deutlich unbeschwerter damals. Dass es irgendwie gut weitergehen würde, war selbstverständlich.

Was haben Sie im Studium für das Leben gelernt?

Probleme ordentlich zu strukturieren, sorgfältiges empirisches Arbeiten und die Bedeutung von Theorie. Das, was George Soros Reflexivität getauft hat. Die Tatsache, dass Theorien ständig angewendet werden und sich somit von innen heraus selbst verändern, macht die Sozialwissenschaften um einiges komplizierter als zum Beispiel die Physik. Das war dann auch eine wichtige Erkenntnis: große Bescheidenheit, was unsere Fähigkeit angeht, soziale Prozesse zu prognostizieren und damit auch zu steuern.

Die schönste Erinnerung an Ihre Studienzeit?

Das hat zu tun mit Chapel Hill, North Carolina, im Studienjahr 87/88. Nach zwei durchaus nicht schlechten Jahren in Tübingen bin ich als Austauschstudent an der University of North Carolina aufgetaucht. Alles war anders und irgendwie größer. Ich bin dann sieben Jahre lang geblieben.

Heilbronn ist für mich…

… ein Hochschulstandort mit riesigem Potenzial.

Auf welche Leistungen sind Sie besonders stolz?

Ich habe recht früh den Freischwimmer geschafft… Nein ehrlich, die Frage erinnert mich zu sehr an den Schuhverkäufer Al Bundy, der zu Hause noch all die Pokale aus seiner High School-Football-Zeit herumstehen hat.

Ihr erstes Bewerbungsgespräch nach dem Studium: Waren Sie gut vorbereitet?

Ich dachte schon. Allerdings habe ich den Job nicht bekommen. Das war 1994, und ich wurde eingeladen auf eine Professorenstelle an der University of Wisconsin at Whitewater. Das war eine zweitägige Angelegenheit. Neben einem wissenschaftlichen Vortrag auch Gespräche mit allen Fakultätsmitgliedern und am Abend eine Fakultätsparty. Also dutzende Male die gleiche Geschichte erzählen – immer mit Begeisterung. Am Ende bin ich in Washington, D.C. an einem Forschungsinstitut gelandet. In Whitewater haben sie dann übrigens gar niemanden eingestellt in jenem Jahr.

Wie viele und welche Sprachen sprechen Sie?

Das darf man eigentlich gar nicht sagen als IBIS-Professor: nur Deutsch und Englisch. Vom Schul-Französisch ist leider nicht viel übrig geblieben.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Siehe 16, auch wenn es nicht immer gelingt.

Was gefällt Ihnen an Ihrer jetzigen Arbeit?

Die große Freiheit. Und damit meine ich die intellektuelle.

Wer ist Ihr persönliches Vorbild?

Während meiner Ausbildung haben mich zwei Professoren besonders beeinflusst. Zunächst Richard Froyen, mein Doktorvater, der es geschafft hat, die Bedeutung von Forschung in den Sozialwissenschaften zu vermitteln und vorzuleben. Dann Barry Eichengreen, der sehr erfolgreich die Synthese zwischen Theorie, Wirtschaftsgeschichte und Politikberatung geschafft hat. Ich hatte das Glück, während meiner Post-Doc Zeit über ein Jahr lang mit ihm zusammenzuarbeiten.

Das tollste Land der Welt ist für mich… Und warum?

Die USA. Dort habe ich fast 10 Jahre gelebt und bin weiterhin in Kontakt mit sehr vielen Menschen.

Ihr Lieblingsfilm?

Casablanca. Der Film ist viel mehr als „Schau‘ mir in die Augen, Kleines“ oder „der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“ Die vielen Details und Abschweifungen, die in die Haupthandlung eingeflochten sind, gefallen mir wahnsinnig gut, und eigentlich entdecke ich immer noch Neues, wenn ich mir den Film mal wieder anschaue.

Ihr Lieblingsbuch?

Neulich habe ich mir für EUR 1,99 die gesamten Werke von Fjodor M. Dostojewski als iBook gekauft. „Schuld und Sühne“ und „Der Spieler“ gehören zu meinen Lieblingsbüchern. Die Hauptpersonen verhalten sich darin sehr unökonomisch, versuchen aber gleichzeitig alles rational zu erfassen und zu planen.

Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal entscheiden könnten?

An den Wirtschaftswissenschaften hat mich eigentlich nie die „konkrete Anleitung zum Geldverdienen“ gereizt, sondern eher die abstrakten, theoretischen und wirtschaftspolitischen Fragestellungen. Die Frage ist also letztlich, würde ich mich trauen, etwas zu studieren, das noch weniger habhaft ist als die VWL? Philosophie, Literatur? Aber wahrscheinlich bin ich dann doch wieder zu vernünftig für einen solch radikalen Schritt.

Ihr Lieblingszitat?

Probier‘s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit. Balu der Bär

Was ist Erfolg für Sie?

Zu verstehen, und dieses Verständnis weiterzugeben.

Was ist Ihrer Meinung nach der beste Weg zum Erfolg?

Neugierde.

Ihr Wunsch für/Rat an die Studierenden?

Es ist eine absolut spannende Zeit, um Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Selten war unsere Disziplin so sehr im Umbruch wie heute. Das gilt für die Theorie genauso wie für die praktischen Probleme, die es zu lösen gilt. Also: stellen Sie die Verbindung her zum Tagesgeschehen, hinterfragen Sie die Lehrbücher und vor allem, seien Sie neugierig!


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2 Antworten zu “#IB Neugierde ist der beste Weg zum Erfolg”

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