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Der FRAGEBOGEN des IBlogs

ausgefüllt von Prof. Dr. jur. Dietmar Högel – Studiendekan der Fakultät für International Business

Prof. Dr. Dietmar Högel
Prof. Dr. Dietmar Högel
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Haben Sie den Traumberuf Ihrer Kindheit?

Mein Traumberuf war der des Althistorikers und Archäologen: Auf den Spuren Schliemanns wandelnd wollte ich Atlantis finden. Heute ist die Beschäftigung mit der Antiken Welt mein wichtigstes Hobby. Ich habe mir über die Jahrzehnte eine schöne Bibliothek zu diesem Thema zugelegt, mache Studienreisen, besichtige Museen und archäologische Stätten.

In die Fußstapfen meines Vaters, der Lehrer am Gymnasium und später Professor an einer Pädagogischen Hochschule war, wollte ich als Kind eigentlich nicht treten. Eine „pädagogische Ader“ hatte ich aber schon als Schüler; z.B. habe ich mir durch Nachhilfeunterricht in Latein und Englisch mein Taschengeld aufgebessert. Inzwischen – im „besten Alter“ angekommen – finde ich es sehr befriedigend, meine in Studium und langjähriger Berufspraxis erworbenen (Er-)Kenntnisse an meine Studenten weitergeben zu können. Heute übe ich den Beruf aus, der mein Traumberuf ist. Das ist ein gutes Gefühl.

Wussten Sie nach Abschluss der Schule, welche berufliche Richtung Sie einschlagen wollen?

Nach dem Abi bin erst mal als Zeitsoldat zur Bundeswehr gegangen. Dort hatte ich eine gute Zeit und habe viel gelernt. Dass ich anschließend Jura studieren wollte, stand für mich damals schon fest. Nicht ganz unwichtig dabei war für mich, dass man die konkrete Berufswahlentscheidung durch das lange Jurastudium hinaus schieben und sich viele Optionen offen halten konnte.

Was haben Sie im Studium für das Leben gelernt?

Das, was arrogante Juristen „Denken lernen“ nennen und ich lieber „juristisches Denken“ nenne: Probleme methodisch sauber analysieren und sie durch eine strukturierte Vorgehensweise einer Lösung zuführen. Wenn man dabei den gesunden Menschenverstand nicht außer Acht lässt, hilft das in vielen beruflichen und privaten Lebenslagen.

Nicht weniger wichtig waren allerdings die Dinge, die ich während des Studiums außerhalb der Hörsäle und fern der Uni gelernt habe, z.B. als Verbindungsstudent.

Die schönste Erinnerung an Ihre Studienzeit?

Als ich auf glühenden Kohlen sitzend auf das Ergebnis meines ersten Staatsexamens wartete und mein späterer Doktorvater, der (im Unterschied zu mir) meine Examensnote schon kannte, anrief und mir eine Vollzeit-Assistentenstelle mit Promotionsmöglichkeit anbot. Das war nach dem grausigen Examensstress ein Moment unendlicher Erleichterung und reinen Glücks.

Heilbronn ist für mich …

… der Ort, an dem ich meinen Traumberuf (s.o.) ausübe. Und eine Stadt voller Dynamik, die unsere Hochschule auf dem ehrgeizigen Weg zur „Wissensstadt Heilbronn“ mitnimmt.

Auf welche Leistungen sind Sie besonders stolz?

Ich war sehr stolz auf das Ergebnis meiner Promotion – aber das ist schon ein halbes Leben her …

Ihr erstes Bewerbungsgespräch nach dem Studium: Waren Sie gut vorbereitet?

Ja. Und es hat auch gleich beim ersten Mal geklappt. Da war natürlich auch Glück dabei.

Wie viele und welche Sprachen sprechen Sie?

Meine Muttersprache ist Deutsch. Mein brauchbares Englisch verdanke ich vor allem einem einjährigen Schulaufenthalt in England. Mein Französisch war nach zwei Auslandssemestern an der Université de Genève ganz gut, ist durch langjährigen Nichtgebrauch allerdings sehr eingerostet. Auch mein Russisch war, als ich es in den 90er Jahren beruflich intensiv brauchte, auf einem deutlich höheren Niveau als heute. Dem Großen Latinum verdanke ich es, dass ich einfache italienische und spanische Texte lesen kann.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Seit etlichen Jahren: „docendo discimus“indem wir lehren, lernen wir (Seneca).

Was gefällt Ihnen an Ihrer jetzigen Arbeit?

Die große Freiheit in meiner Lehre (innerhalb eines vernünftigen Rahmens, versteht sich). Die enormen Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten als Hochschullehrer. Die vielfältigen Mitgestaltungsmöglichkeiten, die ich in meiner aktuellen Funktion als Mitglied des Fakultätsvorstands und Studiendekan habe. Das gute Miteinander der Kolleginnen und Kollegen an unserer Fakultät. Die jeden Tag erlebbare Internationalität bei uns am Europaplatz. Die jungen Leute, für die und mit denen ich arbeite.

Wer ist Ihr persönliches Vorbild?

Beruflich ist das eindeutig mein leider längst verstorbener Geschichts- und Lateinlehrer „Spulius“ Spendlin. Er „brannte“ für seine Fächer und hat mich mit seiner Begeisterung für die Antike Welt nachhaltig angesteckt. Ein solcher Lehrer möchte ich auch sein.

Ansonsten bewundere ich Menschen, die Verantwortung übernehmen, wenn man sie ruft, die sauber und ehrlich bleiben, während sie Verantwortung tragen, und die Verantwortung klaglos wieder abgeben, wenn die Zeit gekommen ist.

Das tollste Land der Welt ist für mich … Und warum?

… Deutschland. Hier ist meine Heimat. Mein Land hat mich geprägt, hier geht es mir gut. Ich habe viel Zeit im Ausland verbracht, genieße das Erlebnis des kulturellen Unterschieds, habe Freunde in Ost und West. Und doch bin ich immer wieder gerne nach Hause gekommen. Als „typischer Deutscher“ habe ich an meinem Land so manches zu kritisieren und zu meckern. Unter dem Strich möchte ich aber nirgendwo anders alt werden.

Ihr Lieblingsfilm?

Ich möchte drei meiner Lieblingsfilme nennen:

Den wortkargen Italo-Western „Once upon a Time in the West“ (Spiel mir das Lied vom Tod) von Sergio Leone (1968): unvergleichlich das Mienenspiel von Bösewicht Frank (Henry Fonda) und „Harmonica“ (Charles Bronson) beim finalen Showdown! – Gaaanz großes Kino!

„2001: A Space Odyssey“ von Stanley Kubrick (1968): prophetisch der Dialog zwischen dem Astronauten Dave Bowman und der künstlichen Intelligenz HAL – ein Thema, das die Menschheit wahrscheinlich noch zu meiner Lebenszeit beschäftigen wird (HAL: „I know that you and Frank were planning to disconnect me, and I’m afraid that’s something I cannot allow to happen. …“.)

Und schließlich „Gettysburg“ von Ronald F. Maxwell (1993), ein der historischen Wahrheit wohl recht nahe kommender Film über den Höhe- und Wendepunkt des amerikanischen Bürgerkriegs.

Ihr Lieblingsbuch?

Als „Kind meiner Zeit“ liebe ich zwei herausragende Fantasy-Romane:

„Lord of the Rings“ (J.R.R. Tolkien). Die beim Lesen entstehenden „Bilder im Kopf“ entfalten ihren Zauber am wirkungsvollsten, wenn man die Filme (noch) nicht gesehen hat.

„The Mists of Avalon“ (M.Z. Bradley). Längst nicht alle Bücher der Autorin können überzeugen, aber diesen Roman halte ich für die beste Neubearbeitung des Stoffes der Artus-Merlin-Sage aus der jüngeren Zeit. Bradley versteht es meisterhaft, auf dem Aufeinanderprallen des alten keltischen Heidentums und des ritterlichen Christentums im poströmischen Britannien einen faszinierenden Spannungsbogen zu errichten.

Eine viel schwerere, wenngleich großartige literarische Kost ist Lev Tolstois großer Roman „Война и мир“ (Krieg und Frieden). Wer sich der „russischen Seele“ annähern will, kommt um dieses Buch nicht herum. Leider bin ich trotz wiederholter Anläufe an der Lektüre des russischen Originals gescheitert. Empfehlenswert ist die deutsche Neuübersetzung von Barbara Conrad.

Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal entscheiden könnten?

Ich würde mich wohl wieder so entscheiden wie anno 1982 (s.o.).

Ihr Lieblingszitat?

„… Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten. … Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“ (Der SPD-Abgeordnete Otto Wels in der Reichstagsdebatte über Hitlers Ermächtigungsgesetz am 23. März 1933. Im August 1933 entzog die nationalsozialistische Regierung Wels die deutsche Staatsangehörigkeit. Er starb 1939 im Pariser Exil.)

Was ist Erfolg für Sie?

Ein Ziel zu erreichen und in der Rückschau festzustellen, dass es gelohnt hat, sich für dieses Ziel einzusetzen.

Was ist Ihrer Meinung nach der beste Weg zum Erfolg?

Talent + harte Arbeit + engagierte Mitstreiter + Glück

Ihr Wunsch für/Rat an die Studierenden?

Der entscheidende Karrierefaktor für die meisten Angehörigen einer Generation ist das Geburtsjahr. Unter den Bedingungen des demografischen Wandels („War for Talent“) stehen Euch mehr Tore offen – und zwar weltweit! – als jeder Generation zuvor. Nutzt diese Chance, seid ehrgeizig und fleißig. Engagiert Euch auch für unser demokratisches und freiheitliches Gemeinwesen, das Euch selbstverständlicher und naturgegebener erscheint, als es ist. Gebt die Europa-Idee nicht auf. Vergesst bei alledem aber nicht das private Glück, das nur Freunde, Partnerschaft und Familie Euch bringen können.

 


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