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Zwei Tage intensive Begegnung und Austausch beim 6. Heilbronn Hospitality Symposium und future2job der Hochschule Heilbronn.

Auftakt war am 7. Oktober in der nagelneuen Aula auf dem Bildungscampus Heilbronn das 2. Networkingkonzept future2job.

600 Studierende nutzen die Gelegenheit sich bei den 22 teilnehmenden Unternehmen aus der Hospitality- und Tourismusbranche zu informieren und mit deren Vertretern wertvolle Kontakte zu knüpfen. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit zahlreichen Unternehmensvorträgen rundeten die sowohl für die Studierenden als auch Unternehmen gelungene Veranstaltung ab. Ein besonderes Highlight war der Bewerbungsmappen-Check mit einer professionellen Trainerin.

Beim anschließenden Get-together als Brücke zum Symposium konnten die Kontakte erweitert und vertieft werden. Es ging allerdings nicht nur um Smalltalk sondern auch um handfeste Tipps: Ein Vortrag über Nischen im Getränkemarkt war vermutlich der eine oder andere Impuls für den Weg in die Selbständigkeit, nach dem Studium.

Michael Noven stellte sein SMART Drink Konzept vor, in dem er erklärte, was das acao als Lifestyle-Getränke ausmacht und konnte eindrücklich erklären, wieso Markenprodukte nur dann zu Marken werden, wenn diese die Zielgruppe gezielt sucht. Die Hotellerie und Gastronomie ist hierbei das geeignete Feld um sich diese Zielgruppen zu finden, da die Differenziertheit der Struktur erlaubt ein breitgefächertes Angebot auf ein breitgestreutes Nachfrageverhalten treffen zu lassen. Michael Noven, Geschäftsführender Gesellschafter des acao SMART Drink erläutert die Nischenpolitik, die er mit dem Getränke „natürlich, bio und vegan“ durchführt. Er sagte, dass die Systemer nicht die Möglichkeit haben sich in der Nische so zu positionieren, wie eben er als einzelner Anbieter.

 

6. Hospitality Symposium 2015 6. Hospitality Symposium 2015 6. Hospitality Symposium 2015 6. Hospitality Symposium 2015 6. Hospitality Symposium 2015 6. Hospitality Symposium 2015 6. Hospitality Symposium 2015 6. Hospitality Symposium 2015
6. Hospitality Symposium 2015

 

Das 6. Heilbronn Hospitality Symposium am folgenden Tag stand unter dem Motto „System trifft Individualität – wer kann von wem profitieren und lernen“. Die stetig steigenden Teilnehmerzahlen sprechen für das Konzept der Veranstaltung: Wirtschaft trifft Wissenschaft. Eine Kombination aus Vorträgen und Diskussionsrunden führten die 350 TeilnehmerInnen durch die denkbaren Aktionsfelder im Spannungsfeld zwischen Individualität und System mit folgenden Fragestellungen: Wo sind die Grenzen der Individualität? Kann die moderne Technik diese Grenze verschieben? Sind Individualbetriebe auch Innovationstreiber? Wer findet wo den richtigen Job – im Individual- oder Systembetrieb? Welche Herausforderungen entstehen durch die Digitalisierung in der Branche.

Das Spannungsfeld zwischen individueller Persönlichkeit und tatsächlichem Kaufverhalten konnte in einer kleinen Übung veranschaulicht werden. Nahezu alle TeilnehmerInnnen prognostizierten eine wachsende Nachfrage nach individuellen Produkten. Im Gegensatz dazu nutzen nur sehr wenige durchgehend individuelle Produkte und Dienstleitungen in Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel.

Jasmin Tailor von JT Touristik hat mit Ihrem Beitrag erklärt, was eine einzigartige Marke ausmacht und wie Sie selbst zur „Livingbrand“ geworden ist. Sie führte aus, dass Sie als „Flüchtling“ den Weg gefunden hat sich zu vermarkten und damit unverkennbar die Marke JT Touristik entwickelte. Als größte Reiseveranstalterin im Dynamik Packaging hat Sie dies nicht dem Zufall überlassen. Die Markenausrichtung und den Fokus auf die Zielgruppe der Frauen, die Sie als Entscheiderinnen in allen Lebenslagen herausstellte, gibt der Unternehmerin heute in ihrem Erfolg recht. Sie rät Hoteliers und Gastronomen dazu die Sachen auszuprobieren. Entweder sind die Ideen mutig oder schwachsinnig, so die Unternehmerin. Sie betont auch, dass die Entwicklung von Produkten für die Frau durch eine Frau nicht erfolgen sollte, weil die Entwicklerin selbst eine Frau ist. Sie betont, dass dies einfach zu „banal“ wäre. Sie empfiehlt allen Unternehmern, auch in der Gastronomie, sich fundiert mit dem Markt und sich selbst auseinanderzusetzen um dadurch eine Marke werden zu können.

Die Grenzen der Individualität führte zu einer intensiven Diskussion mit den Begriffen „Innovation“, „Bio“, „Regionalität“ und „Vegan“. Simon Tress betonte, dass die Regionalität zur Lüge mutiert. Gerade Supermärkte tendieren zur Vermarktung von Regionalität obwohl dies mit der ansässigen Region nicht verbunden ist. Ähnlich, wie bereits am Abend vorher diskutiert, ist die Nische zu finden und systematisch zu erschließen. So kommt der Kreis schnell zum Schluss, dass die Systemer einen Rahmen vorgeben und dieser durch den Unternehmer aufgenommen und belebt wird. Unternehmer, die von einer ausgeprägten Innovation leben, sollten auch individuell bleiben. Unternehmer, die systematisierte Prozesse ohne eigener Entwicklungsarbeit bevorzugen, sollten sich den Systemern anschließen.

Die Problematik der heutigen Innovation und der Prozesse führt zu irritierende Vermarktungsstrategien. Der Bio-Burger von Mc Donalds ist lediglich auf das Fleisch als „Bio“ reduziert. Der Rest des Burgers ist konventionell. Simon Tress beschreibt dieses Verhalten als „Gier“, was bekanntlich „Hirn frist“. Beim Essen werden keine Grenzen geschaffen. Das nachhaltige Denken findet auch zu wenig statt. Hier besteht einfach ein großes Vertrauen zu Marken und eigenen Erlebnisse. Das Burger-Beispiel zeigt, dass zu wenig kritisch hinterfragt wird.

Das Fazit der Runde war einstimmig: Vertrieb, Verwaltung, Administration und Einkauf macht beim Systemer sehr viel Sinn. Wogegen der Job von Individualisten ist: Die Bereicherung der Gäste und dadurch diese wiederum auf einen „richtigen Weg“ zu führen, so Simon Tress.

Die Frage, wer von wem am Besten lernen kann, hat die Runde übereinstimmend als „gegenseitiges Lernen“ bewertet! Yonca Yallaz von Plaza Hotels hat betont, dass die besten Betriebsleiter die Mitarbeiter und Gäste sind. Von denen zu lernen ist die Kernaufgabe. Hier können Systemer und Indiviualbetriebe im gleichen Maße lernen. Die Systemer in der Runde haben schnell zum Ausdruck gebracht, dass die Schwerfälligkeit von etablierten Systemen auch schon mal zum Nachteil werden kann. Wogegen eben die Flexibilität bei den Individualen Betrieben auch schon mal zu schnellen und nicht marktkonformen Entscheidungen führt. Hier ist der Verweis zu Jasmin Taylor angebracht, die auf fundierte Analysen verweist.

Die Frage nach Big Data führte schnell in die Diskussion, dass die Kosten der Online Booking Engine für die Hotels zu hoch sind. Letztlich konnte aber Thomas Wilms von Starwood Hotels aufzeigen, welche Aufwendungen diese heute vornehmen um zukünftig von den OTAs weniger abhängig zu sein. Diese gehören in das Geschäft und haben seit ihrer Etablierung vor allem die private und mittelständische Hotellerie gut unterstützt. Mario Pick erklärt, dass die rund 10% Kosten am „Anfang“ erträglich waren und dankbar geleistet wurden. Heute sind aber Kommissionen von bis zu 25% unerträglich. Herr Ziegler von holidaycheck erklärte, dass diese erhöhte Kosten durch den Wettbewerb im Internet geschuldet ist. Jeder möchte bei den Suchmaschinen, Meta-Suchmaschinen ganz weit oben sein und diese Kosten in der Entwicklung und der Vermarktung sind intensiv gestiegen, so dass die Gebühren auch gestiegen sind.

Letztlich ist eines der Fazits, die Prof Buer aus dem Gespräch zur Diskussion stellt, dass Einzelbetriebe und Mittelständler mit mehreren Häusern sich einem Systempartner anschließen sollten, die viel Zeit und Geld in die Entwicklung der Online Booking Engine investiert um so als Teil des Systems wahrgenommen werden zu können. Dies ist vor allem für überregionalen Märkte wichtig! Lokale und regionale Märkte können durch Individualität die „alten Buchungskanäle“ bedienen.

Welches sind die richtigen Jobs und die richtigen Mitarbeiter bei Systemern und Individualen. Die Runde stimmte überein, dass das Duale Bildungssystem in der Hotellerie und Gastronomie unausweichlich und einzigartig ist sowie beibehalten werden muss/soll. Die Prozesse und Inhalte und der damit verbundenen Dauer von drei Jahren sind dringend anzupassen. Zwei Jahre maximal ist ausreichend, so Herr Lochbihler

In der Runde wurde deutlich, wie die System auch das Job-Angebot systematisiert und strukturiert anbieten. Es gibt innerhalb eines Systemanbieters in der Hotellerie und Gastronomie ein großen Kreis an Job-Möglichkeiten, in der sich jeder weitgehend in der Arbeitsteilung entwickeln kann. Beim Individualbetrieb ist die Förderung und Entwicklung des Generalisten notwendig. Ein eher unternehmerisch denkende Mitarbeiter sollte sich im Individualbetrieb wiederfinden.

Nicht nur die Frage nach System- oder Individualkonzept ist entscheidend sondern die Frage, ob die Branche die richtigen Mitarbeiter für die Zukunft gewinnen kann.

Das 7. Heilbronn Hospititality Symposium wird abgeleitet aus der letzten Diskussion die Frage stellen, ob und wenn ja, welche Prozesse heute bestehen, welche durch Automatisierung sich geändert haben bzw. ändern werden und wie ich die „richtigen Mitarbeiter“ gewinnen kann. Sebastian Finkbeiner hat in seiner Diskussion deutlich gemacht, dass die Jobs vermehrt sich an die Gegebenheit und Möglichkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anpassen. Prof. Buer betonte, dass er dies bereits schon 1996 propagierte und seines Erachtens die Branche noch nicht soweit ist die Flexibilisierung der Jobs vorzunehmen. Hierbei ist die kritsiche Frage zu stellen: Sind hier die Systemer im Vorteil, die die Arbeitsteilung zu Ihren Gunsten vornehmen können und die Jobs in Qualifikationsgrade einteilen. Das 7. Heilbronn Hospitaltiy Symposium wird diese Diskussion im Zusammenhang der aktuellen Themen aufnehmen.

Folgerichtig wird beim nächsten d.h. 7. HHS am 13.10.2016 das Thema Mitarbeiterakquise im Mittelpunkt stehen.

Die Synergien aus den future2job und Symposium sollen bei noch mehr Unternehmen den Nutzen erkennen lassen: An 2 geballten Tagen geht es nicht nur um strategische Anregungen aus der Wissenschaft für die Hospitality Branche sondern auch um Kontakte zum potentiellen Führungskräftenachwuchs – eine einzigartige Kombination.

Vorreiter bei dieser Idee sind die 8 Förderpartner des Symposiums, die – gemeinsam mit der Hochschule Heilbronn – die akademische Hospitality Ausbildung an der Hochschule Heilbronn mitgestalten wollen und darüber hinaus auch aktuelle Problemstellungen aus der Praxis in Zusammenarbeit mit der HHN erarbeiten werden.

 


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