#IB Alumni – Kickstarter Florian Werner im Interview

Fakultät International Business – Alles für Ihren Erfolg


 

Für die letzte Ausgabe der verbronxt. hat Yamina Ouldali ein Interview mit dem IBIS Absolventen Florian Werner geführt. Die verbronxt. ist die unabhängige Studierendenzeitung der HS Heilbronn und gehört zum Pressereferat der Verfassten Studierendenschaft.

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1. Was haben Sie an unserer Hochschule studiert?

Internationale Betriebswirtschaft – Interkulturelle Studien mit Englisch und Arabisch sowie der Wahlpflichtsprache Spanisch.

2. Was genau machen Sie momentan beruflich?
Ich arbeite bei der Volkswagen Financial Services AG in Braunschweig. Mit unserem breiten Angebot an Finanzierungs- und Leasingmöglichkeiten, Versicherung und weiteren Dienstleistungen rund ums Auto leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Absatzförderung und -sicherung des Volkswagen Konzerns und stärken die Bindung der Kunden an die Konzernmarken.
Als Leiter „International Used Car“ bin ich mit meinem Team für den Auf- bzw. Ausbau unserer Aktivitäten im Gebrauchtwagengeschäft zuständig. Dies umfasst zum einen die enge Kooperation mit den Marken und zum anderen die Unterstützung unserer Landesgesellschaften weltweit. Unsere Arbeit fokussiert sich dabei auf grundsätzliche strategische Fragestellungen zur Marktbearbeitung, sowie auf operative Themen rund um Produkte und Produktpakete, Kampagnen, Training und digitale Vernetzung. Mit anderen Worten: Von der strategischen Ausrichtung des Produktportfolios über das grundlegende Schulungskonzept bis zum Know-How-Transfer von Best Practices bei Endkunden-Kampagnen ist alles dabei.

3. Wie sind Sie zu dieser Stelle gekommen und wie lange arbeiten Sie bereits bei VW bzw. VWFS?
Ich war zuvor Assistent des Vertriebsvorstandes und erfuhr vom Neuaufbau der Abteilung. Mein Chef wusste, dass ich die Aufgabe sehr reizvoll fand, allerdings hatte ich noch fast ein Jahr Assi-Zeit vor mir. Als dann aber lange kein geeigneter Kandidat gefunden werden konnte, sagte er mir, dass er versuchen würde, mich zur Hälfte freizugeben, wenn ich noch Interesse hätte. Das nahm ich dankend an, bestand aber darauf, mich selbständig – und ohne „Hilfe“ – bewerben zu dürfen. Glücklicherweise war meine Bewerbung erfolgreich!
Bei der VWFS bin ich jetzt seit knapp acht Jahren und seit fast neun Jahren im VW Konzern. Nachdem ich im Sommer 2006 den ersten Teil meines Doppeldiploms, den BA (Hons) aus Liverpool, in der Tasche hatte, wollte ich meine Diplomarbeit praktisch schreiben und habe gezielt nach einer Möglichkeit mit Bezug zu Indien gesucht. Fündig wurde ich im Internationalen Vertrieb bei Volkswagen. Mein Glück war, dass mir mein fachlicher Vorgesetzter aufgrund meiner Leistungen anbot, mich zur Untersuchung des Volkswagen Markteintritts für drei Monate mit nach Indien zu nehmen. Dort lernte ich das Markteintrittsteam der VWFS kennen, die mich ihrem Chef empfahlen. Ich bekam dann die Chance, an einem Assessment Center für das internationale Traineeprogramm teilzunehmen – und so bin ich dann auch eingestiegen: 18 Monate Traineeprogramm mit Aufenthalten in Frankreich, den USA und Kanada. Dann ging gefühlt alles ganz schnell: Die erste feste Stelle im Stab im Vertrieb Europa, danach Sale Manager für die operative Betreuung unserer Landesgesellschaften in Japan und Australien und dann Assistent des Vertriebsvorstandes. Zu dem Zeitpunkt hatte ich das Traineeprogramm gerade erst seit drei Jahren beendet.

4. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Der ist zu meiner Freude sehr abwechslungsreich. Wir arbeiten sehr eng mit unseren Märkten und den Marken des Volkswagen Konzerns zusammen. Somit kann ein Tag wie folgt aussehen: Morgens ein internes Meeting zu unseren Aktivitäten mit Gebrauchtwagenbörsen im Internet. Anschließend ein Status Update per Videokonferenz mit unseren Kollegen in Frankreich. Vor dem Mittag Besprechung des Konzeptes für unseren Beitrag zur weltweiten Gebrauchtwagen-Konferenz mit Audi. Anschließend mit dem Auto von Braunschweig nach Wolfsburg zum Steering Committee mit Volkswagen, SEAT, Škoda und Volkswagen Nutzfahrzeuge zum gemeinsamen Gebrauchtwagen-Vermarktungsprogramm „Das WeltAuto.“

5. Warum haben Sie sich damals für ein IBIS-Studium an der Hochschule Heilbronn entschieden?
Der entscheidende Punkt für mich war, nicht nur Internationale BWL mit gleich drei Sprachen studieren zu können, sondern vor allem, dass auch interkulturelle Studien integriert waren. Erst dies machte für mich die Geschichte komplett. Denn was hilt mir ein super Fachwissen und all meine Fremdsprachen, wenn ich gleichzeitig ohne jedes Gespür in ein interkulturelles Fettnäpfchen nach dem anderen trete?!

6. Welche Schwerpunkte haben Sie in Ihrem Studium gelegt? Arbeiten Sie jetzt in dieser Branche?
Mein Schwerpunkt war immer Marketing. Aber da ich durch meinen Auslandsaufenthalt in Montevideo und mein Doppeldiplom in Liverpool etwas mehr Zeit hatte, habe ich zusätzlich auch in Finance alles mitgenommen – aber eigentlich nur, weil ich dort immer die besseren Noten hatte. Meine Diplomarbeit habe ich dann bewusst über ein Vertriebsthema geschrieben. Das alles passt heute natürlich wunderbar zu meinem Proil: Internationaler Vertrieb & Marketing bei Europas größtem, automobilen Finanzdienstleister!

7. Würden Sie sagen, dass Sie durch Ihr Studium optimal auf Ihren Beruf vorbereitet wurden? Wenn nicht, was müsste Ihrer Meinung nach am Studium verändert werden?
In der Tat fühlte ich mich sehr gut vorbereitet. Dabei denke ich aber neben der fachlichen Ausbildung vor allem an den hohen englischsprachigen Anteil, das Arbeiten im Team, die zahlreichen Managementpräsentationen und die Förderung des abstrakten Denkens – all das ist elementarer Bestandteil meines Berufsalltags! Ich war dadurch auch von Tag eins an einsatzbereit, was ein großer Vorteil fürs Unternehmen war.

8. Können Sie Ihre Studieninhalte im Beruf gebrauchen und anwenden?
Die grundlegenden Konzepte wie das 5-Kräfte-Modell von Porter oder die vier bzw. sieben P’s des Marketing-Mixes helfen mir noch heute, mich strukturiert einem für mich neuen Markt und der vertrieblichen Ausrichtung unserer Tochtergesellschat zu nähern. Und ohne meine Finanzkenntnisse – und das dazugehörige englischsprachige Vokabular – hätte ich hier einiges aufzuholen.

9. Was fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie an Ihr Studium an der HHN zurückdenken? Was war Ihr Highlight?
Bei der Frage schießen mir sehr viele Bilder gleichzeitig durch den Kopf.
Ich habe mich an der HHN stark eingebracht, war Vorstand des studentischen Vereins Connecting IB und Vertreter im Fakultätsrat. Dabei habe ich viel erlebt und gelernt! In dieser Zeit haben wir sogar mal Müllsäcke übergezogen und gegen eine neue SPO demonstriert und bildlich unseren Studiengang in einem Sarg in der Mensa „zu Grabe getragen“. Das vergisst man nicht. Später war ich auch noch studentischer Vertreter im Senat. Eine Kommilitonin und ich waren die ersten IB-Vertreter in diesem Gremium überhaupt. Wir haben dabei auch richtig „Wahlkampf “ gemacht, das war irgendwie aufregend.
Ich denke ferner auch an die Praktika bei Lufthansa in London und Frankfurt, Auslandssemester in Uruguay, das Doppeldiplom in Liverpool, die Diplomarbeit mit u. a. drei Monaten in Indien – ich habe jede Chance ergriffen.
Aber auch das Studentenleben in Heilbronn war „fordernd“: Forum ProVino, SKT (heute THM) Cocktail Party, StuWo-Partys, dazu die Besenwirtschaften und Weinfeste sowie die örtlichen „Partytempel“. Die Dienstagabend-Partys in der Laube haben im ersten Semester beispielsweise dafür gesorgt, dass ich mittwochs eher selten an der Hochschule war…

10. Meinen Sie, dass das Studium an der HHN die richtige Wahl für Sie war?
Ich denke, meine vorherigen Antworten zeigen klar, dass es die absolut richtige Wahl war.

11. Würden Sie im Nachhinein etwas an Ihren Entscheidungen während des Studiums ändern?
Nein, ich möchte keinen Teil davon missen.

12. Gibt es etwas, das Sie am Studium an der HHN gestört hat?
Nichts, das so nachhaltig gewesen wäre, dass ich es jetzt noch parat hätte.

13. Welchen Rat können Sie uns Heilbronner Studenten mit auf den Weg geben?
Ein ganzes Bündel an Ratschlägen!

1. Das Studium ist ein großes Becken voller Möglichkeiten, ergreift sie! Auch, wenn man manchmal ins kalte Wasser springen muss.

2. Seid aktiv! Bringt euch ins Hochschulleben ein, ihr bekommt etwas zurück! Scheut euch nicht, neue Wege aufzumachen, eure Professoren unterstützen euch dabei! Die Kooperationen mit Montevideo und Liverpool sind beispielsweise erst dann final entstanden, als wir gemeinsam mit den zuständigen Professoren dafür gekämpt haben!

3. Seid selbstbewusst! Meine Kommilitonen und ich haben immer super Feedback aus den Praktika mitgebracht, weil wir von der HHN sehr gut auf die Praxis vorbereitet wurden. Ein anderes Beispiel ist mein Doppeldiplom in Liverpool. Wir mussten lange für die Anerkennung meiner Heilbronner Kurse kämpfen, damit ich als Direkteinsteiger ins sogenannte „Final Year“ akzeptiert wurde, um dann direkt den Bachelor in International Business Studies (IBS) machen zu können. Am Schluss war ich Jahrgangsbester aller IBS Studenten! Also kurzum: Als Student der HHN muss man sich nicht verstecken – ganz im Gegenteil!

Vielen Dank für das freundliche Interview!

 




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