#IB „Bringt Bikini, FlipFlops und Sonnencreme mit!“ – Intern. Woche in Izmir

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„Bringt Bikini, FlipFlops und Sonnencreme mit!“

(Autorin: Prof. Dr. Bettina Merlin)

Es war die fürchterlich kalte Aprilwoche in Deutschland als mich diese ungewöhnliche aber doch höchst erfreuliche E-Mail erreichte. Es handelte sich um die Organisatorin der internationalen Woche in Izmir, zu der ich in der darauffolgenden Woche aufbrechen sollte. Zu behaupten, ich hätte nicht frohlockt, wäre eine glatte Lüge. Die Aussicht auf eine sommerliche Woche in Izmir, der drittgrößten Stadt der Türkei, war gelinde gesagt sehr erfreulich.

Also, aufgefordert, getan. Bikini, Flipflops und Sonnencreme landeten im Koffer. Dazu natürlich auch die Präsentation zum Entrepreneurship-Kurs, den ich in Izmir eine Woche lang halten sollte. Bester Laune ob des bevorstehenden Abenteuers brach ich am Sonntag auf. Über Istanbul ging es nach Izmir.

Am Flughafen in Istanbul ging es dann erst einmal in die lange Schlange an der Passkontrolle, die eine große Vielfalt an Menschen bot. Von bauchfrei bis verschleiert war alles geboten. Ich frage mich immer, was die verschleierten Frauen über uns europäische Frauen denken. Zeit zum Nachdenken hatte ich ausreichend, die Schlange an der Passkontrolle war so lang, dass ich fast meinen Anschlussflug verpasst hätte. Zum Glück habe ich gefragt und wurde dann über einen Schleichweg ins Inlandsterminal gelotst. In Izmir angekommen ging es ins Hotel, welches direkt am Meer liegt. Wunderschön. Aber so brüllend warm war es jetzt nicht….

Am nächsten Tag stand erst einmal der Badeausflug (der mit Bikini, FlipFlops und Sonnencreme) an, aber schon der Wetterbericht war alles andere als verlockend. Es stand Regen an, und der holte uns am wunderschönen Paparazzi-Beach dann auch ein. Einige wenige Mutige unserer Gruppe trauten sich ins Wasser, ich habe mir lieber meinen Pulli übergezogen. Aber zum Glück regnete es nicht während der Besuche in Cesme und Atacati, zwei sehr hübschen Küstenstädtchen. Trotz des Wetters war es ein sehr schöner Ausflug, bei dem ich auch die anderen Teilnehmer der internationalen Woche kennenlernen konnte. Neben Ilias aus Heilbronn nahmen noch Professoren und Dozenten aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Polen und Frankreich an der internationalen Woche teil.

 

Welcoming-Event

 

Am Dienstag begann dann das offizielle Programm mit einem sehr beeindruckenden Welcoming-Event. Der Einzug der internationalen Gäste in den Hörsaal war von schwungvoller arabischer Musik begleitet. Der Saal war mit Studenten gut besetzt und es herrschte schon fast feierliche Atmosphäre. Nach einer kurzen Vorstellung wurden wir von der Dekanin begrüßt. Aber das Beeindruckendste war abe die Keynote Speech. Eine kleine energiegeladene Professorin sprach über türkische Geschichte und die Entwicklung der Demokratie. Sie fand überraschend klare Worte zum Demokratieverständnis des aktuellen Präsidenten. Hut ab vor so viel Mut. Nach einer musikalischen Showeinlage ging es zum gemeinsamen Mittagessen und dann standen die ersten Vorlesungen an.

Tja, was soll man über die türkischen Studenten sagen? Also sie sind (noch) unpünktlicher als die Studenten in Deutschland („türkish way“) und das Englisch-Niveau war sehr unterschiedlich. Von vor Staunen offenen Augen bis zum perfekten Verständnis hatte ich alles in meinem Kurs. Dies liegt daran, dass einige der Studenten quasi ohne Englisch-Vorkenntnisse an die Hochschule kommen, während andere in Privatschulen von klein auf english lernen. Diese Unterschiede haben das Unterrichten nicht vereinfacht, aber am Ende haben wir Kommunikationsmöglichkeiten gefunden und nach drei Tagen Unterricht hatten die Studenten sehr gute Geschäftsideen ausgearbeitet. Die Abschlusspräsentationen waren klasse und die Studenten hatten einiges zum Thema Existenzgründung mitgenommen.

Ergänzt wurde unser Vorlesungsprogramm durch gemeinsame Mittagessen, Gespräche mit den Organisatoren und Professoren von Partnerhochschulen und Unternehmensbesuchen. An den Abenden konnten wir trotz des suboptimalen Wetters (danke für die Mails, dass es in HN sommerlich war in dieser Woche!!!) die vielen Restaurants an der Uferpromenade erkunden und die wirklich herausragende türkische Küche genießen. Es war interessant mit den Kollegen zu diskutieren und auch zu sehen, dass das Leben in Izmir sich nicht signifikant von dem in Deutschland unterscheidet. Von einer zunehmenden Islamisierung der Türkei war zumindest in Izmir oberflächlich nicht viel zu spüren. Nur in den Gesprächen mit den türkischen Kollegen, kam immer wieder ihre Sorge über die Entwicklung ihres Landes zum Ausdruck.

Ein ganz besonderer Höhepunkt der Woche war dann der Ausflug nach Ephesos am Freitag. Nach einem kurzen Besuch im Haus der Heiligen Jungfrau Maria, wo sie nach dem Tod ihres Sohnes gewohnt haben soll, ging es in die antike Stadt Ephesos. Und zwar wirklich Stadt. Obwohl wir nie lange an einem Ort verweilt sind, nahm der Besuch mehr als zwei Stunden in Anspruch.  Man geht davon aus, dass in ihrer Blütezeit dort 250.000 Menschen gewohnt haben. Die Pracht und Schönheit der Ruinen, die in unendlich viel Kleinarbeit der Archäologen wieder aufgebaut wurde, ist wirklich beeindruckend. Und dabei geht man davon aus, dass bisher erst 14-25% der Gebäude freigelegt wurden. Der Rest ruht noch unter der Erde. Man wandelt auf Straßen aus Marmor, vorbei an Säulen aus Marmor und vor dem inneren Auge entsteht tatsächlich ein Bild, wie die Menschen damals gelebt haben könnten. Wirklich umwerfend.

Nach diesem sehr beeindruckenden Besuch ging es dann noch in eine Teppichknüpferei, wo uns der ganze Herstellungsprozess vom Seidenkokon bis zum fertigen Teppich erläutert wurde. Und natürlich bekamen wir dann auch eine Produktpräsentation mit unglaublich schönen Einzelstücken. Auf Nachfrage wurden uns sogar einige fliegende Exemplare präsentiert. Allerdings ist die Flugweite bisher noch begrenzt (ähnlich wie bei Elektroautos, aus der Zimmertür raus hat es keiner geschafft). Ansonsten hätte ich über die Anschaffung eines solchen mehrere tausend Euro teuren Stücks sicher verstärkt nachgedacht.

Mit einem opulenten Abendessen ging eine tolle, sehr interessante, nahrhafte und bereichernde internationale Woche zu Ende. Danke an die Organisatoren unserer Partnerhochschule für die perfekte Organisation!

 

 


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