#IB Besuch der Partnerhochschule BA School of Business and Finance in Riga

Fakultät International Business – Alles für Ihren Erfolg


(Autorin: Carolin Schmidt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für International Business, Hochschule Heilbronn)

Diese Woche (21.-27.11.2015) sind Frau Prof. Merlin und ich (Carolin Schmidt) zu Gast bei unserer Partnerhochschule, der BA School of Business and Finance in Riga. Dort werden wir im Rahmen der International Guest Lecturer Week Vorlesungen halten und hoffentlich ein paar lettische Studierende für ein Auslandssemester bei uns begeistern – und ja, man kann auch als Heilbronner Studi ein Auslandssemester in Riga machen 🙂

Eine kleine Warnung zu Beginn: Da ich ein leidenschaftlicher Foodie bin, besteht die Gefahr, dass diese Blog-Serie möglicherweise eher einem Essens-Bericht gleichen wird. Sorry 😉

 

Nachfolgend die aktuellsten Einträge zuerst:


Tag 7 (bzw. 5 für Prof. Merlin  ) (Beitrag: Prof. Dr. Bettina Merlin)

Heute kein Programm mehr an der Partnerhochschule. Deswegen mieten wir uns ein Auto und erkunden das Umland von Riga. Die Fahrt aus Riga raus ist einfach, der Verkehr läuft sehr geregelt ab (hier hält jedes Auto am Zebrastreifen und Fußgänger gehen erst los, wenn die Ampel grün ist). Dann geht es auf die Autobahn Richtung Osten über Sigulda nach Cesis (auf die vielen Sonderzeichen habe ich unkorrekterweise mal verzichtet). Die Fahrt geht durch ewige Wälder, mit hier und da mal einem Haus am Straßenrand. Cesis ist ein sehr kleines Städtchen mit langer Geschichte. Man kann eine alte Burg besichtigen, die schon vom Schwertbruderorden bewohnt wurde. Mit einem Windlicht in der Hand erkunden wir Westturm und Kerker und gehen nachher durchs Museum. Interessant ist, dass alle Karten auf Deutsch sind, weil die Deutschen lange Zeit in Lettland waren.

Auf der Rückfahrt gibt es noch einen Stopp in Sigulda, einem „Berg“-Ferienort. Dort liegt auch das lettische Olympiazentrum für Skisport, das aber gerade mal zwei Skilifte zu bieten hat. Dafür ist der Preis der Tageskarte mit 7 Euro quasi unschlagbar und lässt manchen Alpenskifahrer vor Neid erblassen (aber nur beim Preis, nicht beim Angebot und in VWL haben wir ja gelernt, dass das irgendwie zusammen hängt).

Zurück im Wellness-Bereich des Hotels werden wir wieder einmal mit dem Bild der Deutschen konfrontiert. Als der Este neben uns erfährt, dass wir Deutsche sind, kommt folgender Kommentar: „Ah, Arabia!“. Offensichtlich ist er mit der deutschen Flüchtlingspolitik nicht einverstanden. Das wird dann noch mal unterstrichen mit: „Merkel is not a woman.“ Mich würde mal interessieren, ob andere Nationen auch so viele Bemerkungen zu ihrem Land bekommen.

Nach dem Abendessen treffen wir noch unseren polnischen Kollegen und fachsimpeln über deutsch-polnische Geschichte, Weihnachtstraditionen und die verschiedenen Bildungssysteme. So eine international Week ist wirklich großartig und trägt auf jeden Fall zur europäischen Integration bei.

 

 


Tag 5: Der normale Wahnsinn (Beitrag: Carolin Schmidt)

Es ist 6:45 und mein Wecker klingelt. Geschlafen habe ich nicht besonders lange, weil wir am Vorabend noch ein bisschen die Altstadt erkundet haben. Allerdings – wer feiern kann, kann auch arbeiten. Bei der Eiseskälte draußen bin ich schließlich schnell hellwach und bereit für meine Vorlesung in Riga: International Finance im 3. Semester. Ob und welche Vorkenntnisse die Studierenden haben, ist mir unbekannt. Auch ob genug Laptops für die Gruppenarbeiten in Excel parat stehen werden, werde ich erst sehen, wenn ich im Hörsaal angekommen bin. Aber jetzt erst mal durch den Rigaer Berufsverkehr kommen.

Es ist nun 8:30. Die Vorlesung startet jetzt offiziell, aber in Lettland scheint man das mit der Pünktlichkeit nicht ganz so genau zu nehmen wie in Deutschland („We usually have to wait about 10 minutes…“). Nach und nach trudeln immer mehr Studierende ein und die Vorlesung kann endlich starten. Wow. Mit so viel Mitarbeit habe ich nicht gerechnet. Ich bin mehr als zufrieden mit dem Verlauf meiner Vorlesung und darüber, dass sich danach sogar noch zwei Studentinnen über Studienmöglichkeiten in Heilbronn erkundigen.

Nachmittags um 16 Uhr treffen sich noch mal alle Gastdozenten und die Veranstalter der BA School für ein gemeinsames Brainstorming zum Thema Forschungskooperationen. Wir kommen am Ende zu einem relativ großen Pool an Ideen, aus denen sich hoffentlich einige Forschungsprojekte in Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen entwickeln lassen. Insgesamt haben wir festgestellt, dass europäische Hochschulen viel stärker miteinander kooperieren sollten – in Zeiten wie diesen muss man einfach ein Zeichen für den europäischen Zusammenhalt setzen.

IMG_4037Abends gibt’s dann schon das Abschiedsdinner, denn die International Guest Lecturer Week ist jetzt offiziell zu Ende. Wir bekommen ein leckeres 3-Gänge-Menü in einem schicken Restaurant vorgesetzt und unterhalten uns angeregt. Zwei der Teilnehmer (u.a. unser griechischer Freund vom ersten Abend) haben außerdem Blumen für die Mitarbeiterinnen des International Office und die Vizerektorin besorgt. Auf Frau Merlins Frage hin, ob wir uns denn finanziell an den Geschenken beteiligen können, sagte er nur „You know, my friend, there is so much black money in Greece. I just took a bit of that and paid for the flowers…“. Nach dem Abendessen beschließen wir noch in einer kleinen Runde in eine Vinothek zu gehen. Wir rufen uns ein Taxi und dank unseres lettischen Begleiters dürfen wir sogar zu fünft mitfahren (zu viert auf der Rückbank). Im Taxi sitzen nun also zwei Deutsche, ein Pole, ein Franzose, unser lettischer Freund und der Fahrer. „It feels like the European Union in here“, sagt jemand, woraufhin der Pole antwortet „Yes, like the European Union. Always too much of Germany.” Schön, wenn das mit der Völkerverständigung so gut funktioniert, dass man sich auch mal gegenseitig auf‘s Korn nehmen kann 😉

 

 


Tag 4 (Beitrag: Carolin Schmidt)

Heute ist also unser erster „richtiger“ Tag an der BA School. Das heißt, heute stellen alle anwesenden Gastdozenten ihre Hochschulen in einer kurzen Präsentation vor den Erstis vor. Für die ist das natürlich cool – wann hat man schon mal Vertreter von 15 ausländischen Hochschulen bei sich im Hörsaal und kann Fragen stellen?

bild12Unsere Fakultät wird von Frau Merlin vorgestellt – ich halte mich dezent im Hintergrund und knipse die Beweisfotos. Außer uns beiden ist außerdem noch eine Kollegin aus Künzelsau vertreten (links im Foto).

Im Anschluss an die Präsentationen gehen wir in den „Academic staff room“, der extra für uns eingerichtet wurde und in dem man sich auf Kaffee oder Tee und Gebäck trifft. Der offizielle Teil endet hier für heute. Unsere Vorlesungen halten wir dann morgen und übermorgen.

 

 

Ein paar Worte zur Hochschule

bild13Die BA School of Business and Finance (http://www.ba.lv/en/) ist eine private Hochschule, die in den Neunzigern als Banking College durch die Lettischen Nationalbank gegründet wurde. Als Partnerhochschule ist sie aber nicht nur für Studierende mit Finance-Affinität geeignet, denn es gibt, wie der Name schon sagt, auch „ganz normale“ BWL-Studiengänge (Business Administration und International Management) und somit auch eine entsprechend große Auswahl an Nicht-Finance-Vorlesungen. Trotzdem werden natürlich auch Programme speziell in Finanzen angeboten (Bachelor of Finance). Interessant ist, dass die lettischen Studierenden auch Deutschkurse belegen können. Irgendjemand in Riga freut sich sicher über einen Sprachtandem aus Heilbronn 🙂 Ansprechpartner an der HHN ist Prof. Dr. Marcus Wimmer.

 

Normale Welt (Beitrag: Prof. Dr. Bettina Merlin)

Gestern stand meine Gastvorlesung „Entrepreneurship in Germany“ an. Und ich kann beruhigendes vermelden: Auch in Lettland meiden die Studenten die ersten Reihen, die in der letzten Reihe quatschen und es macht nur eine Hand voll Studenten aktiv mit. Somit also gewohntes Umfeld. bild10Es hat alles gut geklappt und es war interessant, etwas über die Gründerförderung in Lettland zu erfahren. Überhaupt ist Existenzgründung in Lettland offensichtlich stärker in den Köpfen verankert. Bei meiner Umfrage wer denn plane, sich mal selbständig zu machen, gingen weit mehr Hände in die Höhe als dies in Deutschland der Fall ist.

Nachmittags bin ich noch etwas durch die Markthallen gebummelt. Hier kaufen die Letten alles für den täglichen Bedarf ein. Erstaunlich waren die Preise, die weit unter den unseren liegen (1 kg Hackfleisch für 2 Euro), und das Warenangebot.

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Bei uns konnte ich noch keine halben Schweinsköpfe in der Metzgerauslage entdecken und hier gibt es Nüsse und Trockenfrüchte z.B. aus Usbekistan, die mir noch nie begegnet sind.

Der Besuch beim lettischen Staatsballett am Abend war dann ein echtes Erlebnis. In dem wunderschönen Opernhaus wurde Boléro gegeben. Besonders beeindruckend war der dritte Aufzug mit Boléro von Ravel. Die Bilder, die die Tänzer mit ihren Körpern erzeugt haben, waren umwerfend. Das werde ich für lange Zeit nicht vergessen. Und umwerfend war auch die Garderobe: Hier in Lettland geht man totschick ins Theater. Alle waren wunderschön herausgeputzt, fast alle Frauen trugen Kleider, trotz der Affenkälte draußen. Interessant war auch, dass in Lettland wohl ein Stück Kuchen zum Theaterbesuch gehört. Viele haben während der Pause etwas genascht.

 


Tag 3 (bzw. 1): Ein Tee für 4,50 €??? (Beitrag: Prof. Dr. Bettina Merlin)

So, nach einem Schneesturm am Flughafen Frankfurt am Sonntagabend und einem sehr vollen Flieger (wer bitte fliegt alles Sonntagabend nach Riga???) bin auch ich mit an Bord der International Guest Lecturer Week in Riga (Tag 1 für mich, Tag 3 für Carolin Schmidt). Der erste Eindruck von Riga ist großartig. Einige Schneeflocken rieseln vom Himmel, verzaubern alles in eine Winterlandschaft. In Riga gibt es viele Parks, die Straßen sind weit und von tollen Häusern gesäumt (zumindest in der Innenstadt). Die Stadtführung, welche uns die Partnerhochschule spendiert, ist klasse und sehr informativ. Man sieht, wie sehr deutsche und lettische Geschichte miteinander verwoben sind. Auch die polnischen Kollegen finden viele Gemeinsamkeiten. Wir sind eben alle Europäer und in einem Boot…

Dann geht es zur Begrüßung an die Partnerhochschule. Wir lernen deren Programm und die ersten lettischen Kollegen kennen. Es ist eine sehr herzliche Begrüßung, die uns von der lettischen Gastfreundschaft voll und ganz überzeugt. Da es vorher nicht mehr zum Mittagessen gereicht hat, gehen wir hinterher schnellstmöglich mit den polnischen Kollegen in ein Restaurant. Ich staune über die günstigen Preise, nur der Tee für 4,50 € fällt völlig aus dem Rahmen. Als dann aber riesige Teekannen serviert werden, löst sich das Rätsel (siehe Foto unten links).

Abends treffen wir uns nochmal in lockerer Runde mit dem International Office und den anderen Gastdozenten. Es werden über aktuelle europäische Politik diskutiert (der griechische Kollege zur Eurokrise: „Look, my friend, it is like this….“) und Details über die Bildungssysteme ausgetauscht. So erfahren wir z.B. dass in Dänemark jeder Student (oder Pseudo-Student) zusätzlich zu kostenloser Bildung jeden Monat 800 Euro Lebenshaltungskosten vom Staat erhält. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten…

 

 


Tag 2: Erste Entdeckungstour (Beitrag: Carolin Schmidt)

Das lettische Frühstück kann es definitiv mit dem lettischen Mittag-/Abendessen aufnehmen. Am Buffet erwarten mich neben Brot, Müsli, Kaffee und Säften auch Kuchen, Eier, Speck, Würstchen, eine Art Hackbraten, Kartoffel-Pfannkuchen, normale Pfannkuchen und (ich glaube, das gibt es in Lettland zu wirklich JEDEM Essen): Sauerrahm und Hüttenkäse. Gut gestärkt und mit einer Kamera bewaffnet ziehe ich los auf meine erste Altstadt-Erkundungstour.

Aufgrund von klarem Himmel und Sonnenschein ist es wirklich kalt heute Vormittag; die Pfützen auf den Straßen sind gefroren. Erst gegen Mittag taut es leicht auf. Wer Probleme mit Minusgraden hat, ist hier definitiv falsch. Den Letten kann so ein bisschen Kälte aber nicht aufhalten: In der Innenstadt steppt der Bär. An jeder Ecke gibt es einen Coffeeshop, eine Kneipe oder ein Restaurant. Auch Weinlokale gibt es zuhauf. Die meisten Geschäfte und große Einkaufszentren wie die Galerija Centrs haben auch am Sonntag geöffnet. Und selbst der Supermarkt im Erdgeschoss hat eine Fischabteilung. Kein Wunder eigentlich, denn immerhin liegt Riga sehr nah am Meer (einen langen weißen Sandstrand gibt es dort auch – na, schon Lust auf ein Auslandssemester im Sommer?).

Zum späten Mittagessen zieht es mich zu Lido. Lido ist eine lettische Restaurantkette im Kantinen-Stil, ähnlich den Filialen von Marché an vielen Autobahnraststätten. Von der Ausstattung her erinnert es mich ein bisschen an die typischen Almhütten, die es in den meisten Skigebieten gibt. Sein Essen holt man sich an den einzelnen Front-Cooking-Stationen. Damit ich auch bald wieder in meine Winterklamotten passe, lasse ich mir ordentlich Sauerkraut, Erbsen mit Speck und Kartoffelbrei aufladen. Zusammen mit einem frisch gepressten Saft kostet mich das knapp 6,50 Euro. Insgesamt scheint es in Riga schwer zu sein, viel Geld für Essen auszugeben.

 

 


Tag 1: Die ersten Eindrücke (Beitrag: Carolin Schmidt)

Von Frankfurt aus ist man in 2 Stunden am Flughafen in Riga, der Hauptstadt von Lettland mit rund 700.000 Einwohnern. Mit dem Bus dauert es nur noch 30 Minuten, bis man in der Innenstadt ist. Die ganze Fahrt kostet läppische 1,15 Euro. Ich kichere in mich hinein. Wenn das das allgemeine Preisniveau ist, dann lässt es sich hier gut aushalten.

Am Tag meiner Anreise ist der Himmel strahlend blau und die Sonne scheint. Es ist kälter als in Deutschland (1 bis 2 Grad), aber es kann auch schon mal -20°C haben. Nachdem ich mein Hotelzimmer bezogen habe, will ich mein spätes Mittag-/frühes Abendessen in einer typisch lettischen Kneipe zu mir nehmen. Ein paar Minuten von meinem Hotel entfernt befindet sich der Folkklubs Ala Pagrabs, von dem in den bekannten Online-Bewertungsportalen in den höchsten Tönen gesprochen wird. Bekannt ist er vor allem für seine Bierkarte (über 20 Sorten vom Fass!), das gute Essen und die Live-Musik, die es dort jeden Abend bis auf montags gibt. Anscheinend soll man reservieren – ich versuche mein Glück und gehe einfach so hin.

Ein Blick auf die Speisekarte und es steht fest: Wer viel und gerne isst (vor allem Hausmannskost) und trinkt (vor allem Bier) kommt hier voll auf seine Kosten. Die Karte gibt es für mich auf Englisch. Sprachlich gab es bis jetzt noch keine Probleme – neben Lettisch spricht man in Riga auch Russisch und sehr gutes Englisch. Da ich nicht ganz so viel Hunger habe, bestelle ich mir nur ein Bier und eine kalte Vesperplatte. Der Laden ist sehr voll und es ist Samstagabend, daher dauert es gute 15-20 Minuten, bis die Bedienung mir mein Essen bringt. Erwartet habe ich lediglich eine kleine Käse- und Wurstplatte. Doch spätestens jetzt wird mir klar: Die lettischen Köche meinen es gut mit ihren Gästen. Die Kellnerin stellt mir ein Holzbrett im DIN-A4-Maß vor die Nase, auf dem sich eingelegte Gürkchen und andere Gemüse, lettischer Käse und gebratener Speck türmen. Dazu gibt es lettisches Knoblauchbrot (geschätzte 4 Scheiben, in dicke Stifte geschnitten und kross mit Knoblauch gebraten) und einen Dip. Neben meiner Vesperplatte wirkt mein halber Liter Bier lächerlich klein.

Es dauert keine 5 Minuten, da setzt sich schon jemand zu mir. Leute kann man hier also definitiv leicht kennenlernen. Da ich früh aufgestanden bin, halte ich aber nicht lange durch. Nach einem weiteren Bier verlange ich die Rechnung. 9 Euro. Haha.

 


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